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Radka Denemarková

Ein herrlicher Flecken Erde

Verlag: DVA Belletristik, ISBN: 978-3-421-04404-4
Aus dem Tschechischen von Eva Profousová
304 Seiten / € (D) 19,95 / € (A) 20,60 / sFr 34,90

Originaltitel: peníze od Hitlera, Verlag Host (Brno)

Am 5. September erschien nun im Literaturprogramm des DVA Verlags der Roman „Ein herrlicher Flecken Erde“ der tschechischen Autorin Radka Denemarková, für den sie in ihrer tschechischen Heimat mit dem bedeutenden Magnesia-Literaturpreis ausgezeichnet worden ist.

Er erzählt die Geschichte der jungen Gita Lauschmannova, einer deutschsprachigen Jüdin, die nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs in ihre Heimatstadt in der Tschechoslowakei zurückkehrt. Sie sucht ihr Vaterhaus und findet Fremde vor. Die junge Frau, deren Familie von den Nazis vertrieben und ermordet wurde, wird nun von der Bevölkerung als Deutsche behandelt und angefeindet. Sie verlässt den Ort und kehrt sechzig Jahre später ein weiteres Mal zurück, um ihre Familie zu rehabilitieren. Wieder schlägt ihr der Hass der Dorfbewohner entgegen. (Bild rechts: Titel der deutschen Ausgabe)

(Bild links: Titel der tschechischen Ausgabe) Radka Denemarková erzählt mit unter die Haut gehenden Bildern und mit enormer Sprachmacht. Mit ihrem kompromisslosen Roman wirft sie einen Blick auf die verdrängte deutsch-tschechische Nachkriegsgeschichte.

Ein paar Zitate der Kritiker:

Die größte Stärke von Denemarkovás Prosa liegt sowohl in der eindrucksvollen Wiedergabe der psychischen Zustände der Heldin als auch in der naturalistischen Schilderung der Kriegsgeschehnisse, der unmittelbaren Nachkriegszeit und der Schwierigkeit, in solchen Zeiten Orientierung zu finden. Dadurch zählt ihr Buch zum Besten, das in der heutigen Zeit geschrieben wurde.“ Host

Ein höchst emotionales Buch, in dem sich der Sinn für Tragikomik menschlicher Schicksale und eine rationale Unnachgiebigkeit die Waage halten.“ Lidové noviny

Unerwartete Wendungen und Überraschungen, rauer Stil, naturalistische Szenen, unterschwellige Bisse und Stiche. Sie kann schreiben!“ Literární noviny

"'Ein herrlicher Flecken Erde' ist ein für unser Geschichtsverständnis wichtiger Roman. Radka Denemarková erzählt souverän von der engen Verquickung von Urteilen und Vorurteilen, unter der das vergangene Jahrhundert litt. Mit ihrer oft heftigen und aufmüpfigen Sprache geht sie den verdrängten Wirklichkeiten auf den Grund." Peter Härtling



Und hier können Sie die Autorin noch in diesem Jahr (2009) „life“ erleben:

13.10. Graz, Kulturzentrum bei den Minoriten, Mariahilferplatz 3, 20 Uhr
31.10. Berlin, Kleist-Haus
10.11. Wien, Tschechisches Zentrum, Herrengasse 17, 18 Uhr, i. R. der BuchWien
7.12. Zürich, Literaturhaus, 20 Uhr

31. Oktober       Berlin, Kleisthaus, Mauerstr. 53, 19 Uhr, Eintritt frei

06. November   Dresden, Erich Kästner Museum, Antonstr.1, 20 Uhr, i. R. der Tschechisch-Deutschen Kulturtage des Tschechischen Zentrums Dresden, Eintritt frei

10. November   Wien, Tschechisches Zentrum, Herrengasse 17, 18 Uhr, i. R. der BuchWien 2009, Eintritt frei, Lesung auf Tschechisch und Deutsch, Vorstellung des Prager Literaturhauses deutschsprachiger Autoren durch Direktorin Lucie Černohousová

01. Dezember   München, Tschechisches Zentrum, Prinzregentenstr. 7, 19 Uhr, Lesung und Gespräch zusammen mit Anna Zonová, Mod.: Eva Profousová, Eintritt frei

07. Dezember   Zürich, Literaturhaus, Limmatquai 62, 20 Uhr, Mod.: Dr. Katarina Hollaender

Kurze Inhaltsangabe:

Gita muss in ihrem Leben durch mehrere Höllen gehen: von den Nazis als Jüdin gequält, von den Tschechen als Kollaborateurin vertrieben, schließlich von den ehemaligen Nachbarn als habgierige Alte abgestempelt, als sie den Familienbesitz zurückfordert. Doch trotz aller körperlicher und emotionaler Wunden führt Gita den Kampf gegen Unrecht und für Verständigung weiter. Ebenso kompromisslos wie ergreifend schildert dieser preisgekrönte Roman die menschliche Seite der unmenschlichen Geschichte. Gita will nur nach Hause, sich unter der warmen, weichen Zudecke verkriechen, den geliebten Geruch der Villa in sich aufnehmen. Doch die Realität sieht anders aus, als die Sechzehnjährige 1945 aus dem Konzentrationslager zurück in ihr Heimatdorf, das tschechische Puklice, kommt. Der Familienbesitz wurde konfisziert, Fremde leben jetzt dort, und die Deutschsprachige wird als Staatsfeindin verjagt. Erst sechzig Jahre später kehrt Gita zurück, um die Familie zu rehabilitieren. Und wieder schlägt ihr als ehemalige Großgrundbesitzerin der Hass der Dorfbewohner entgegen. Doch längst ist für Gita Weiterleben zur Kampfansage gegen Gewalt und Lüge geworden. Mutig, mit sehr plastischen, unter die Haut gehenden Bildern und mit enormer Sprachmacht wagt dieser kompromisslose Roman, für den die Autorin mit dem bedeutendsten tschechischen Literaturpreis ausgezeichnet wurde, einen Blick auf die verdrängte deutsch-tschechische Nachkriegsgeschichte.

Eine Leseprobe finden Sie hier. Und hier gehts zum Videointerview mit der Autorin.

Kurzbiografie der Autorin:

Die Schriftstellerin, Dramatikerin, Publizistin und Übersetzerin Radka Denemarková wurde am 14. März 1968 in Kutná Hora (Kuttenberg) geboren. Nach dem Abitur auf dem Gymnasium in Kolín studierte sie von 1986 bis 1992 an der Philosophischen Fakultät der Prager Karlsuniversität Germanistik und Bohemistik. 1997 promovierte sie mit einer Arbeit über die Semiotische Problematik von Dramatisierungen. 1992 arbeitete sie kurz als wissenschaftliche Assistentin am Katheder für deutsche Sprache der Fakultät für internationale Beziehungen der Ökonomischen Hochschule in Prag. Anschließend war sie bis 1997 am Katheder für tschechische Literatur der Philosophischen Fakultät der Karlsuniversität tätig. Von 1998 bis 2004 arbeitete sie im Institut für tschechische Literatur bei der Akademie der Wissenschaften der Tschechischen Republik und war gleichzeitig Lektorin und Dramaturgin am Prager Divadlo na zábradlí (Theater am Geländer). Seit 2004 ist sie freischaffend. 2007 weilte sie dank eines Autorenstipendiums für mehrere Monate in Wiesbaden.

Radka Denemarkovás Publikationen erschienen in verschiedensten Zeitungen und Zeitschriften, z. B. in der Kunstzeitschrift „Tvar“ (Die Form), der Kulturbeilage „Salon“ der Tageszeitung Právo (Das Recht), der Lidové noviny (Volkszeitung), der Literární noviny (Literaturzeitung) sowie in Česká literatura (Tschechische Literatur) und in Slovenská literatúra (Slowakische Literatur).
Sie arbeitet mit dem Tschechischen Rundfunk, insbesondere mit dem Kultursender „Vltava“, und dem Tschechischen Fernsehen zusammen, für das sie Drehbücher zu Dokumentarfilmen über Persönlichkeiten wie Evald Schorm (2000), Alfréd Radok (2002), Emil František Burian (2002), Jindřich Honzl (2003), František Tröster (2004), Jiří Voskovec und Jan Werich, Jaroslav Ježek (2005) und Bohuslav Reynek (2006) schrieb.
Für die Soros-Stiftung schrieb sie 1995–97 die umfangreiche Studie „The problematics of Literary Artwork Adaptations (Forms of Drama and Film Interpretation and Transformation of a Literary Work)“. Sie wirkte mit am zweiteiligen „Slovníkčeských spisovatelů od roku 1945“ (Lexikon der tschechischen Schriftsteller seit 1945, 1995 und 1998), an der Anthologie „Zlatá šedesátá“ (Die goldenen Sechziger, 2000), an einem Buch über Jan Kačer (2006) und schrieb einen Artikel über Literatur in den Massenmedien Film, Rundfunk und Fernsehen für den ersten Teil der „Dějiny české literatury 1945–1989“ (Geschichte der tschechischen Literatur 1945–1989, 2007). Auch für das Theater am Geländer war sie editorisch tätig.
Ins Tschechische übersetzte sie die Theaterstücke „Happy End“ (Elisabeth Hauptmann, Bertold Brecht, Kurt Weill), „Herr Kolpert“ (David Gieselmann), „Push Up 1–3“ (Roland Schimmelpfennig), „zeit zu leben zeit zu sterben“ (Fritz Kater), „Das Ende der Paarung“ (Franz Xaver Kroetz). Mit David Radok und Josef Kroutvor erarbeitete sie 2005 am Theater am Geländer eine Inszenierung von Kafkas „Beschreibung eines Kampfes“.
1998 publizierte sie eine Monografie über den Theater- und Filmregisseur Evald Schorm unter dem Titel „Sám sobě nepřítelem“ (Sich selbst zum Feind), 2003 eine Studie über Milena Honzíková.
2005 erschien im Verlag Petrov ihr Prosadebüt „A já pořád kdo to tluče“ (deutscher Arbeitstitel: „Dreht euch nicht um …“), 2006 folgte im Verlag Host der Roman „Peníze od Hitlera“ (Geld von Hitler), für den sie im selben Jahr den tschechischen Literaturpreis Magnesia Litera erhielt und der zur Zeit im Rahmen einer internationalen Koproduktion verfilmt wird. Ihre Erzählung „Straka voleji“ (Die Elster im Öl) erschien 2007 in der Anthologie „Neviditelné příběhy“ (Unsichtbare Geschichten).

Bibliographie

Werk

Verleger

Jahr

Sprache

Evald Schorm - sám sobě nepřítelem

Nadace Divadla Na zábradlí

1998

Tschechisch

A já pořád kdo to tluče

Petrov

2005

Tschechisch

Peníze od Hitlera

Host

2006

Tschechisch

Neviditelné příběhy (spolu s dalšími autory)

Listen

2007

Tschechisch

Smrt, nebudeš se báti aneb Příběh Petra Lébla

Host

2008

Tschechisch

Film:

Zur Zeit wird sogar ein Film produziert auf Basis des Romans „Ein herrlicher Flecken Erde“ (Peníze od Hitlera). Es handelt sich dabei um eine internationale Koproduktion (Tschechische Republik, Deutschland, Slovakische Republik und Polen). Die Supervision über das Drehbuch führt der amerikanische Drehbuchautor Martin Daniel (Universität Columbia). Regie: Tomáš Mašín, Drehbuch: Radka Denemarková und Tomáš Mašín nach Motiven von Radka Denemarková, Produktion: Monika Kristlová, Produktionsgesellschaft: Dawson Production (Prag)

In Kürze veröffentlichen wir hier an dieser Stelle eine vergleichende Betrachtung der Werke von Radka Denemarková und George Hájíček. Beide füllen eine Lücke in der tschechischen Nachriegsliteratur, in der man nur sehr wenige fundierte Werke zu Themen der jüngsten Geschichte findet.



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