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Tschechische Geschichte in Daten

Hier entsteht nach und nach eine tabellarische Übersicht über die tschechische Geschichte. Wie Mosaiksteinchen werden sich die Eintragungen im Laufe der nächsten Wochen und Monate zu einem immer vollständigeren Bild der tschechischen Geschichte verdichten. Heute, am 29. August 2008 beginnen wir mit einer ersten Datenauswahl. Viel Spaß beim Lesen und Mitverfolgen, wie das Bild wächst wünscht Ihnen unser Redaktionsteam „Dějiny“ (Geschichte). Zur Staatsgeschichte geht es HIER (klicken).

29.000 bis 24.000 v. Chr.Ein urzeitlicher Künstler schuf eine Skulptur, die heute „Venus von Věstonicka“ genannt wird.

6.000 bis 3.500 v. Chr. In Mähren entstehen die ersten ständigen (frühkeltischen) Dörfer.

550 v. Chr. Die Kelten errichten Wälle in der Nähe des heutigen Prag.

150 v. Chr. Auf den Ruinen einer älteren Befestigungsanlage beim heutigen Závist entsteht eine Stadt.

9 bis 6 v. Chr. Der keltische Führer Marobud führt die Markomannen in den tschechischen Talkessel

um 500 Die ersten Slawen erscheinen auf dem Gebiet des heutigen Tschechiens (mehr dazu HIER)

623 bis 624 Die Slawen unter der Führung des fränkischen Kaufmanns Sámo erheben sich erfolgreich gegen die Vorherrschaft der Avarer. (mehr dazu HIER)

805 Die Truppen Kaiser Karls des Großen fallen nach Tschechien ein und töten den örtlichen Fürsten namens Lech.

822 Kaiser Ludvik Pobožný beruft das Reichsparlament nach Frankfurt/Main ein, an welchem auch Gesandte der westlichen Slawen teilnehmen (u.a. Serben, Tschechen und Moravier)

863/864 In Mähren erscheint eine Mission von Kaiser Konstantin aus Konstantinopel an. (mehr dazu HIER)

883 Der tschechische Fürst Bořivoj lässt sich taufen. Er erbaut auf der Löwenburg die Kirche des heiligen Kliment. Dies war der erste Kirchenbau in Tschechien.

935 Fürst Václav wird in Staré Boleslav auf Befehl seines jüngeren Bruders Boleslav I. ermordet

982 Vojtěch Slavnikovec wird auf der Löwenburg zum zweiten Prager Bischof ernannt.

1085 Fürst Vratislav II. Erwirbt als erster tschechischer Herrscher den Titel „König“, der jedoch nur an seine Person gebunden und nicht vererbbar ist. (mehr dazu HIER)

1096 Tschechen und Moravier nehmen am ersten Kreuzzug nach Palästina teil. In Prag provozieren sie ein antisemitisches Pogrom.

1147 Der tschechische Fürst Vladislav II. nimmt am zweiten Kreuzzug teil. Statt nach Palästina kommt er aber nur nach Konstantinopel.

1162 Vladislav II. hilft Kaiser Friedrich I. Barbarossa bei der Eroberung Mailands. Daraufhin erwirbt er ein neues Wappen – einen silbernen Löwen auf rotem Feld. (mehr dazu HIER)

1198 Přemysl Otakar I. Erhält den Titel König. Diesmal auch schon für seine Nachkommen. (mehr dazu HIER)

1212 Der (röm.-)deutsche Kaiser Friedrich II. bestätigt durch die goldene sizilianische Bulle  (siehe auch hier)den Königstittel von Otakar I. Und das Recht des tschechischen Magnaten, sich seine Herrscher selbst auszuwählen. (mehr zum 13. Jahruntert finden Sie hier)

1230 Otakar I. stirbt. Sein Sohn Václav I. besteigt den tschechischen Thron.

1247 Der tschechische Adel erhebt sich gegen Václav I. und wählt seinen 15jährigen Sohn Otakar II. zum Gegenkönig.

1278 Der (röm.-)deutsche Kaiser Rudolf von Habsburg kämpft in der Schlacht auf dem Mährischen Feld mit Otakar II. Der tschechische König wird geschlagen und getötet.

1306 Während eines Polenfeldzugs wird in Olomouc der 17jährige König Václav II. ermordet. So erlischt die Herrscherlinie der Přemysliden durch das Schwert.

1310 Der 40jährige Jan Lucemburský heiratet die 18jährige Eliška Přemyslová, eine Tochter von Václav II. und wird tschechischer König.

1316 Dem Königspaar wird in Prag der Sohn Václav geboren, der zukünftige Karl IV.

1348 Karl IV. gründet die Prager Universität. Im selben Jahr stirbt seine erste Frau, Blanka von Valois. Karl heiratet danach noch dreimal.

1378 Karl IV. stirbt an einer Lungenentzündung. Der Gelehrte und berühmte Prediger Vojtech Raňkův nannte ihn den „Vater unserer Heimat.“

1402 Jan Hus beginnt zu predigen.

1415 Jan Hus wird wegen Ketzerei verurteilt und verbrannt. Im folgenden Jahr wird ebenfalls sein Freund Jeroným Pražský verbrannt.

1419 Eine aufgebrachte Menschenmenge wird vom radikalen Prediger Jan Želivský zum Prager Rathaus geführt und wirft dort die vom König eingesetzten Ratsherren aus dem Fenster hinaus. Kurz nach diesem Ereignis stirbt König Václav IV.

1454 Der Adlige Jiří von Poděbrad wird zum Landesverwalter gewählt.

1526 Der tschechische und ungarische König Ludvik Jagelovský ertrinkt im Sumpf auf der Flucht von einer verlorenen Schlacht gegen die Türken bei Moháč. Zum neuen König wird Ferdinand I von Habsburg erwählt.

1583 Kaiser Rudolf II übersiedelt von Wien nach Prag.

1618 Aufgewiegelte Vertreter der tschechischen Stände werfen die Statthalter Jaroslav Bořit und Vilém Slavat aus dem Fenster der Prager Burg.

1634 In Cheb wird auf Befehl Kaiser Ferdinands II der Herzog Albrecht von Waldstein ("Wallenstein") wegen Verrats ermordet.

1740 Offenbar an einer Pilzvergiftung stirbt der Kaiser und tschechische König Karl VI. Mit seiner Person stirbt die männliche Linie der Habsburger aus. Dank einer bereits früher verkündeten pragmatischen Verfügung geht die Regierungsgewalt jedoch auf seine 23jährige Tochter Maria Theresia über.

1774 Maria Theresia führt die Schulpflicht für Kinder von 6 bis 12 Jahren ein.

1775 Kaiserliche Truppen zerschlagen den Bauernaufstand bei Chlumec nad Cidlinou.

 1787 W. A. Mozart dirigiert in Prag seine neue Oper "Don Giovanni" und nach ihrem außerordentlichen Erfolg erklärt er: "Die Prager verstehen mich!"

1805 Der französische Kaiser Napoleon schlägt in Mähren die österreichischen und russischen Armeen.

1836 Der 23jährige Karel Hynek Mácha gibt im eigenen Verlag sein Buch "Mai" heraus und stirbt im gleichen Jahr. In Deutsch erscheint der 1. Teil von "Die Geschichte des tschechischen Volkes in Böhmen und Mähren" des Historikers František Palacký.

1854 Božena Němcová schreibt ihren Roman "Babička".

1884 In einer Prager Irrenanstalt stirbt der Komponist Bedřích Smetana. Der Dichter Jaroslav Vrchlický vollendet sein Lustspiel "Die Nacht auf dem Karlstein".

1896 In Prag fährt die erste elektrische Straßenbahn. Die Linie verbindet Karlín und Vysočan.

1915 Tomáš Garrigue Masaryk (1850-1937) emigriert um den Aufstand gegen Österreich-Ungarn zu organisieren und die Idee der Unabhängigkeit der Tschechen bzw. Tschechen und Slowaken in die Tat umzusetzen. Neben Masaryk waren vor allem der Politologe Edvard Beneš (1884-1948) und Milan Rastislav Štefánik (1880-1919) die geistigen Führer der Bewegung.

Mit dem Ende des 1. Weltkrieges änderte sich die Landkarte Europas entscheidend. Die grossen Kaiserreiche Deutschland und Österreich zerfielen. So entstand auch der tschechislovakische Staat.

27. 10.1918 Als am 27.10.1918 der österreich-ungarische Aussenminister Julius Andrássy den USA eine diplomatische Note übersandte, in der er erklärte, den Krieg um jeden Preis beenden zu wollen, versprach er auch die Anerkennung der Tschechoslovakei als eigenständigen Staat, die bisher Teil der österreich-ungarischen Monarchie gewesen war. Die Unabhängigkeit der Tschechoslovakei wurde noch am Nachmittag des gleichen Tages verkündet.

14.11.1918 Die Nationalversammlung ruft die Tschechoslovakische Republik aus. T.G. Masaryk wird erster Präsident.

28.06.1919 Im Versailler Vertrag werden die Grenzen der Tschechoslovakei bestätigt.

29.02.1920 Die Bildung des tschechoslovakischen Rechts- und Verwaltungssystems wird durch die Annahme der Verfassung abgeschlossen.

07.10.1922 Eine Allparteienkoalition aus allen tschechischen Parteien und Vertretern der slovakischen Nation übernimmt die Regierungsverantwortung.

20er und 30ger Jahre des 20. Jahrhunderts: In den 20er Jahren wurde die ČSR am stärksten durch den Anspruch der Ungarn auf Revision der Versailler Verträge bedroht. Dagegen richtete sich die sogenannte "kleine Vereinbarung", ein Vertragssystem zwischen der ČSR, Jugoslavien und Rumänien. Am 25. Januar 1924 schloss die ČSR einen weiteren diesbezüglichen Vertrag mit der zu dieser Zeit stärksten europäischen Macht: Frankreich. Dieser Vertrag bekam später in Bezug auf Nazideutschland ab 1933 eine aussergewöhnliche Bedeutung. Der wichtigste Architekt der Aussenpolitik der ČSR dieser Jahre war Edvard Beneš.

16.05.1935 Im Rahmen der Annäherung zwischen Frankreich und der Sovietunion wird ein Vertrag zwischen der ČSR und der UdSSR geschlossen, gemäss welchem die Sovietunion der Tschechoslovakei zur Hilfe kommen sollte, im Falle, dass Frankreich darum ersucht.

18.12.1935 Auf die immer stärker werdende aussenpolitische Bedrohung reagierte die demokratische Öffentlichkeit in der ČSR mit wachsender Entschlossenheit und wachsender antifaschistischer Stimmung. Ein wichtiger Grenzstein war die Wahl des Präsidenten der ČSR nach der Abdankung von Masaryk. Sein Nachfolger wurde am 18.12.1935 Edvard Beneš. Die Tatsache, dass die ČSR alle antifaschistischen Emigranten aufnahm (u.a. wurden Thomas und Heinrich Mann die tschechoslovakischen Bürgerrechte verliehen) erhöhte die Feindschaft Nazideutschlands gegenüber der ČSR.

1937/1938 Im Laufe des Jahres 1937 geriet die ČSR international immer mehr in die Isolation. Die Westmächte zeigten keine angemessene Reaktion, als Hitler ihre Entschlossenheit prüfte. Es blieb immer bei verbalen Protesten. Der erste selbständige Staat, den Hitler okkupierte, war im März 1938 Österreich. Damit wurde die tschechoslovakisch-deutsche Grenze noch länger und schwerer zu verteidigen. Als Hitlers Werkzeug zur Liquidierung der ČSR diente ihm die SdP, die Partei der Sudetendeutschen.

29.09.1938 In der Nacht vom 29. zum 30. September 1938 wurde das Münchner Abkommen geschlossen (zwischen Italien - Mussolini, Deutschland - Hitler, Frankreich - Daladier und Grossbritannien - Chamberlain). Die ČSR hatte bis zum Schluss versucht, dieses Abkommen, das praktisch die Liquidierung der ČSR bedeutete, zu verhindern. Aber die ČSR alleine konnte in der Konfrontation mit Deutschland nicht bestehen. Sie hatte alleine nicht die Kraft, Deutschland zu widerstehen. Edvard Beneš dankte am 05. Oktober 1938 ab und flog nach England.

14.+15. März 1939 Die ČSR bemühte sich nach Kräften, mit Hitlerdeutschland so gut wie möglich auszukommen. Diese Politik, vertreten durch den Aussenminister František Chvalkovsky, fand jedoch keinen entsprechenden Widerhall. Hitler ging es nicht um gute Beziehungen, sondern um Okkupation. Am 14. März 1939 verkündete die Slovakei in Übereinstimmung mit der Forderung Hitlers ihre Unabhängigkeit. Am 15. März 1939 okkupierte die deutsche Armee Tschechien und am 16. März 1939 riefen die Besatzer das Protektorat Böhmen und Mähren aus.

 Im Frühjahr 1939 begannen sich die ersten Widerstandsorganisationen zu bilden. Enge Mitarbeiter von E. Beneš bildeten deren politische Zentralstelle. Im Sommer 1940 vereinigten sich die einzelnen Gruppen zur ÚVOD (Ústřední vedení odboje domácího). Davon unabhängig und selbständig entwickelte sich der kommunistische Widerstand, anfangs verwirrt über den deutsch-sovietischen Vertrag. Eine klare Orientierung gewann er dann aber nach dem Überfall Hitlerdeutschlands auf die Sovietunion im Juni 1941.

Sommer 1941 ÚVOD und die neue illegale KSČ (kommunistischer Widerstand) schliessen eine Vereinbarung über die Schaffung eines gemeinsamen Zentralorgans.

27.09.1941 An diesem Tag kam der SS-General und Chef der Reichssicherheit, Reinhard Heydrich nach Prag, um dem Kampf der Besatzer gegen die Widerstandsbewegung mehr Nachdruck zu verleihen.

27.05.1942 Als Antwort auf Heydrichs Offensive organisierte die Exilregierung von London aus ein Attentat, das am 27. Mai 1942 von den beiden Fallschirmspringern Jan Kubiš und Jozef Grabčik ausgeführt wurde. Die Nazis reagierten darauf mit beispiellosem Terror, z.B. der Ermordung aller (auch der Kinder) Bewohner der Dörfer Lidice (10.07.1942) und Ležáky (24.07.1942).

Denkmal für die ermordeten Kinder von Lidice

12.12.1943 Nachdem in der zweiten Jahreshälfte 1943 klar wurde, dass die Niederlage Nazideutschlands bald erfolgen würde, begannen die Grossmächte über die Zukunft Europas und der einzelnen Staaten nachzudenken. Am 12.12.1943 wurde der tschechoslovakisch-sovietische Vertrag über die Nachkriegszeit unterschrieben. Der Vertrag regelte das Schicksal der Tschechoslovakei nach dem Krieg.

 05. Mai 1945 Der Prager Aufstand bricht aus. Während sich die Deutschen - ähnlich wie in anderen mährischen und böhmischen Städten - in Prag auf Widerstand gegen die heranrückende Rote Armee einstellten, bricht dort am 05.05.1945 ein Aufstand aus. Die deutsche Kommandozentrale war sich der Bedeutung Prags als Hauptstadt und auch als Kommunikationsschnittstelle bewusst und befahl, den Aufstand um jeden Preis niederzuschlagen. Der tschechische Nationalrat (ČNR), in dem neben dem parteilosen Professor Albert Pražák der Kommunist Josef Smrkovský eine entscheidende Stellung erreicht hatte, unterstützte den gesamten Aufstand und arbeitete eng mit den Militärexperten zusammen. Allerdings gelang es nicht, genügend Waffen zu beschaffen.

Zuerst erschien es natürlich, dass die Amerikaner, die im Westen Tschechiens die Demarkationslinie erreicht hatten, Prag zur Hilfe kämen. Aber die oberste Führung der anglo-amerikanischen Streitkräfte verbot General Patton weiter vorzurücken, denn sie fürchtete den Konflikt mit ihren sovietischen Verbündeten.

WIRD FORTGESETZT...

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